Ein Ausflug ins Grüne...


sieht bei dem einen oder anderen vielleicht etwas anders aus. Aber mich zieht die Fotografie nicht nur in die Natur, in der alles immer wieder wächst und gedeiht, in der sich der Kreislauf von Wachsen und Sterben jedes Jahr von Neuem zuverlässig wiederholt. Gerade jetzt im Frühjahr erwächst die Natur zum neuen Leben, dankbare Fotomotive sprießen überall hervor. Und in dieser Zeit des Erwachens zieht es mich einmal mehr an Orte, in denen die Zeit zum Stillstand gekommen ist.

Also was ist es, was den Reiz dieser Orte ausmacht? Der Geruch von Verfall, den man am Ende selbst angenommen hat? Die Angst, in irgendein Loch zu treten oder dann doch endlich mal durch eine morsche Decke zu brechen? Der Schauder, der einen durchfährt, wenn der Wind, der durch die zerbrochenen Fenster weht, Türen geräuschvoll zuschlägt und einem das Gefühl gibt, nicht allein zu sein? Oder einfach nur der Reiz des Verbotenen?

Für mich ist das Fotografieren dieser Orte auch immer der Versuch, einen Blick in die eigene Seele zu werfen. Auf das, was im eigenen Leben abgeschlossen ist, was nicht mehr gebraucht wird und dem Verfall preisgegeben ist. Um das sich außer der Zeit niemand mehr kümmert. Und so wird so eine Fototour zur Suche nach den eigenen Spuren der Vergangenheit. Und in dem ich versuche, den Narben der Zeit ihre Ästhetik abzuringen und sie bildlich darzustellen, versöhne ich mich gleichzeitig mit den eigenen Narben. Und so sind diese Bilder weniger ein dokumentarisches Abbild irgendeiner Realität, sondern mehr Ausdruck des Gefühls der eigenen Vergänglichkeit. Diese Bilder sind ein Teil von MIR.

16.04.2012

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